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Sonntag, 19. September 2021
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Warum Sport für mich so wichtig geworden ist?

geschrieben am: 04.12.2014   |    von: slavital   |    in Kategorie(n): Allgemein

Das Jahr 2005 war für mich ein bewegendes Jahr.

Genau im April vor 9 Jahren, an einem sonnigen Nachmittag in der Flachau, der Ort wo ich mit meinem damaligem Freund oft und sehr gerne snowboarden war.

 

Der Tag wo ich ein seltsames Gefühl hatte als würde sich etwas anbahnen, etwas was ich schon verspürt habe, wir alle haben diese Tage wo uns das Gefühl nicht loslässt.

 

Da ich ja immer schon ein aufgewecktes Kind war, hab ich auch dann doch  irgendwann beschlossen gehabt snowboarden zu lernen, ich muss zugeben ich war nie die beste, aber mit der Zeit ging es immer besser und besser. Genau der Tag wo ich keine Furcht hatte, keine Angst vor Geschwindigkeit, Freiheit und Adrenalin pur.

 

Ich und das scharfe Brett….der Glanz am Schnee, die Sonne, die frische Luft, die schneeweissen bedekten Tannenbäume und das Gefühl von purer Freiheit, wie sehr liebte ich diesen Ausblick.

 

Nach einer kurzen Almhütten Pause ging es weiter auf die Piste wo mein Adrenalin nicht zu stoppen war.

 

Doch als meine Boots zu locker waren, habe ich abgebremst um sie fester zu schnüren, damit ich noch mehr Gas geben konnte um endlich meinen Adrenalin möglichst schnell wieder zu erleben.

 

Wer könnte glauben das man fast im Stillstehen so stürzen kann, so dass man sich den 3 Lendenwirbel bricht.

 

Damals wusste ich ja noch nicht das was gebrochen war, ich habe nur ein knacksen gehört und versuchte wieder aufstehen aber vergebens…wie es so meistens ist, war ich ja plötzlich ganz alleine auf der Piste, kein Mensch war irgendwo zu sehen, dieser Gedanke hier unbeweglich zu bleiben löste bei mir einige Schweissausbrüche aus.

 

Unglaublich das ich versucht habe aufzustehen, wie ich es geschafft habe weiss ich bis heute nicht, ich konnte meinen Oberkörper vom Boden heben aber mehr ging dann auch nicht.

 

Die Schmerzen waren plötzlich so unerträglich das ich mein Becken nur durch meine Hände stützen konnte, es war mir auf einmal extrem kalt, mein ganzer Körper hat gezittert, es war alles nass, ich war ermüdet von diesem kleinen Augenblick der Bewegung, es schien als wurde es eine Ewigkeit dauern….

als dann doch ein Mann kam und mein Freund der nach mir gesucht hat und den Berg hinaufgelaufen ist.

 

Der Weg zum Krankenhaus war unerträglich, ich habe noch nie solche Schmerzen im Leben verspürt, das Röntgen und jede Bewegung auf den Röntgentisch war wie ein kleiner Tod, unglaublich was ich in so kurzer Zeit an Schmerzen erlebte.

 

Die Diagnose L3 Wirbel Bruches löste einiges in mir aus, zu viele Gedanken waren plötzlich da, ich konnte gar nicht mehr denken, noch lächerlicher war es das ich im Krankenhaus bleiben musste, hatte echt Angst da ich in meinem Leben bis daher noch nie im Krankenhaus war :-))

 

Die ersten zwei Nächte waren die schlimmsten, ich musste nur still liegen, hatte einen Gipsmieder bekommen der am ganzen Oberkörper angelegt war, es fühlt sich so an als wirst du momentan in eine Mauer einbetoniert!!!

 

Nur es bleibt einem nichts anderes übrig als zu warten das ein Tag vergeht, und der nächste bis alles vorbei ist. Viel zu viele Gedanken was alles geschehen konnte ….doch das wusste niemand.

 

Zu der Zeit wo ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war mir gar nicht bewusst was alles auf mich zukommen und wie mein Alltag aussehen würde und vor allem was danach passiert.

 

Ich muss meinem damaligen Freund Andreas vom Herzen danken, das ich ihn an meiner Seite hatte, diesen tollen Mann der mich 3 Monate lang gepflegt hat, ich war plötzlich wie ein kleines Kind.

 

Ich konnte mich nicht bücken, konnte nicht selbstständig meine Socken anziehen, meine Beine rasieren, konnte nicht meine Haare waschen, ich konnte gar nichts….vom anziehen und den kleinen alltäglichen Dingen, diese waren unmöglich.

 

Drei lange Monate hatte ich dieses Gipskorsett an meinem Körper eng anliegend.

 

Nach genau 6 Wochen, wurde dieser Gips etwas eng der mir das Atmen im Liegen erschwert hat, so fuhr ich ins Krankenhaus um einen neuen zu ersetzten. Mir war gar nicht bewusst was mir alles passieren würde als die Ärzte diesen Gips abgenommen haben.

 

Ich brach einige Male zusammen!!

 

Schweissausbrüche, Angst und neue Gefühle das alles von vorne beginnen würde, haben mir richtige Angst gemacht . Ich konnte meinen Oberkörper nicht mehr alleine aufrecht halten, und wieder brach ich in Ohnmacht.

 

Man kann es sich nicht vorstellen was nur nach 6 Wochen passiert, alle Muskeln haben bei mir nachgelassen, dieses Gipskorsette hat meine ganze Funktion übernommen um meinen Oberkörper aufrecht zu halten.

 

Dieses Erlebnis hat mich sehr geprägt wie schnell die Gesundheit weg sein kann, du kannst alles haben, glücklich sein aber wenn der Körper nicht mehr mitspielt bist du automatisch unglücklich und wünscht dir nix mehr anderes als nur noch gesund zu sein, jedes andere Problem existiert nicht mehr.

 

Aber dieses Erlebnis hat einiges in mir bewegt!

 

Ich habe angefangen mich zu informieren, zu lesen, zu schnüffeln wie ich nach drei Monaten wenn der Gips komplett entfernt wird,  die Situation verbessern kann und wie ich meinen Körper wieder stärken kann.  Ich bin ehrlich, ich hatte damals richtige Angst.

 

Als ich dann im Gespräch von einem Arzt erfuhr was ich machen könnte um meinen Heilungsprozess zu beschleunigen, hat er mir ein Theraband empfohlen.

 

Ich habe mich bis zu dieser Zeit nicht für Theraband sehr interessiert und fand es nicht so spannend aber plötzlich war es spannender als alles andere.

 

Am gleichen Tag habe ich mir ein Band zugelegt und begann für weitere 6 Wochen 4 x täglich für 10 min mit Theraband meinen unteren und oberen Rücken zu trainieren, es waren ganz einfache Übungen.

 

Ich habe diese Übungen jeden Tag durchgezogen bis zum letzten Tag wo ich ins Krankenhaus fuhr, dort wusste ich nicht was mich erwartet und war sehr angespannt auf die Situation.

 

Als das Gipskorsette entfernt wurde konnte ich nicht glauben, wie lange drei Monate sein können,Tag für Tag zu kämpfen, nie die Hoffnung aufgibt das es ein Tag kommt wo alles besser wird.

 

Nach der Gipsabnahme haben mir zwei Schwestern geholfen mich langsam vom Stuhl hochzuheben, doch ich merkte ich war auf ihre Hilfe gar nicht angewiesen, ich versuchte alleine ganz langsam ein paar Schritte zu gehen, doch ich wollte schon mal los laufen, ich wusste nicht was geschehen war.

 

Mein Arzt war verwundert wie fit ich war nach dieser Gipsabnahme.

All das habe ich dem Theraband und dem regelmässigem Rückentraining zu verdanken!

 

Dieser Tag an dem alles geschehen ist, die Zeit die ich durchgemacht habe, hat mein Leben komplett verändert!!!!

 

Ich hetzte nie wieder unnötigen Sachen nach, ich liess mich nie wieder von Menschen in Stress versetzten, nie unter Druck setzten, ich mache Sachen die ich LIEBE, will Menschen um mich die ich LIEBE und sie MICH LIEBEN, ich akzeptiere jeden Menschen, ich bin mit mir GLÜCKLICH und brauche nix grossartiges um glücklich zu sein, ich schätze die Welt wie sie ist und mein GLÜCK, ist jeder Tag an dem ich GESUND aufwache!

 

Wir alle wissen, der eine Tag kann der letzte sein.

Nütze jede Sekunde, jede Minute deines Lebens, es ist dein und ein LEBEN!!!!

 

Sport hat mich voran gebracht, durch den Sport habe ich vieles in meinem Leben schätzen und lieben gelernt – ich werde solange mich meine Füsse durchs Leben tragen Sport und Bewegung machen.

 

Ich hoffe ich kann einige Menschen mit meiner Geschichte entmutigen.

 

Liebt euren Körper, egal wie er ist, es ist eurer und ihr habt keinen anderen.

 

Es ist immer nur eine einzige Entscheidung, tut was für euren Körper um es länger und beweglicher zu erhalten, es kommt nur Euch und Eurem Wohlbefinden zu Gute.

 

Am meisten habe ich gelernt NIEMALS AUFZUGEBEN!!!!

 

P.S: Anbei ein kleines Interview von mir, von meinen Erfolgen bei den Fitness Wettbewerben letztes Jahr.

 

slaVITAL

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