slaVITAL
Montag, 8. März 2021
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Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen

geschrieben am: 19.10.2015   |    von: slavital   |    in Kategorie(n): Allgemein

Gschwendtalm Gamssein 1.275 m

Meine Reise in die Kalkalpen Region beginnt schon um 5 Uhr morgens.

 

Heute läutet mein Wecker um 4:30 früh, noch bevor die Sonne rauskommt.

 

Es ist genug Zeit ein ausgiebiges Frühstück zu sich zu nehmen, Haferflocken und Obst darf heute nicht fehlen, denn nur so bin ich gut mit Energie für den heutigen Tag versorgt.

 

Auch meine 10 Minuten Meditation hab ich vor der Abreise gemacht, ich liebe diese Stille, die Zeit wo noch so viele Menschen schlafen und in ihrem Traum versunken sind, wo es am morgen noch dämmert und es langsam hell wird, wenn ich dem Wind lauschen kann und die kühle Luft durch mein Fenster strömt, diese frische Brise die ich einatme, man könnte lange in diesem Zustand verweilen.

 

Voller Energie und Schwung beginnt meine Fahrt von Wien in die wunderschönen Oberösterreichischen Kalkalpen Region, die ca 2,5 Stunden dauert. Am Parkplatz Brunnbach angekommen, wo man gemütlich an dem Waldrand parken kann, beginnt auch schon unser Wanderweg zum Gamsstein Gipfel.

 

Nicht lange muss man sich an an die Anstrengung gewöhnen, denn es geht gleich am Anfang richtig zur Sache.

 

 

Ein alter Almweg der teilweise sehr steil ist, führt zur ersten Etappe.

 

Jeder Schritt, jeder Atemzug macht Freude auf mehr, auf das Unerwartete, was wohl kommt und wie wohl die erste Hütte aussehen könnte, welche Wirtin uns empfangen wird, was dort zum essen gibt…?

 

Gedanken, Freude und Neugier lässt manchmal die Anstrengung vergessen. Doch jeder Schweisstropfen und die Hitze die sich im Körper staut, lässt einen erinnern wie anstrengend Wandern sein kann, jeder der denkt gehen ist einfach, hat sich hier sehr geirrt.

 

Jeder Mensch sollte es einmal im Leben ausprobiert haben, einmal einen Gipfel erreicht zu haben, dieses Gefühl von Anstrengung und Erfolgserlebnis muss man gefühlt haben.

 

Nach ca 45 Gehminuten erreichten wir den schönen Almboden, mit wunderschönen Blick auf die Almweiden mit unzähligen Kühen bestückt, diese sehen winzig aus, erst dann wird einem bewusst wie weit man noch nach oben hat.

 

Inmitten liegt die wunderschöne 300 Jahre alte Almhütte der Gschwendtalm (945m)

 

 

Eine kleine Verschnaufpause sollte man hier einlegen oder zumindest einen Marillen Schnaps trinken.

 

Was wäre wandern ohne Schnaps es gehört dazu, man hat das Gefühl dieser Schnaps treibt einen richtig voran, so wie es sich später tatsächlich rausgestellt hat.

 

Der alte Wirt der uns herrlich empfangen hat, hat mich etwa an den Gargamel aus dem Schlumpf Zeichentrick Film erinnert.

 

Sein Ganz und seine buschigen rausragenden dichten Augenbrauen waren sehr erstaunlich zum ansehen, er war eine Inspiration für ein Skizzen Porträt so entsteht Inspiration, so entsteht Kunst, die dann auf die Leinwand übertragen wird, die von anderen dann bewundert wird.

 

 

Die Kunst lebt um uns rum, lebt in uns und wartet darauf ausgedrückt zu werde, egal ob das ein malerisches Bild ist oder eine Poesie, ein Song, eine Melodie oder nur ein Foto.

 

Mein Gefühl ewig auf dieser Hütte bleiben zu können, hier zu leben, Gedanken wie es wohl sein könnnte….die Sonne die auf meiner Haut brannte, der Klang der Kuhglocke die ständig durch ihre Bewegung akustisch hallten….erwachten mich wieder aus meiner Träumerei und erinnerte mich daran, sich weiter auf den Weg zu machen.

 

 

Von dieser Hütte aus geht der Weg zum Gamsstein weiter.

 

Hier hat man die Möglichkeit über die Almweide hinauf zu gehen, zwischen den unzähligen Kühen oder doch lieber hinauf über die Forststrasse.

 

Ich habe mich für die Forststrasse entschieden den über die Almweide waren ohnehin schon genug Menschen, ich bevorzuge lieber den Weg den niemand geht.

 

 

Die Schilder und Warnungen von den gefährlichen Kühen und Stier, gibt einem ordentlich zum Denken.

 

Erst wenn du dich in der Natur befindest, merkst du wie sehr wir von den Materialismus eingefangen sind, alles scheint uns einfacher zu machen, doch alles in Wirklichkeit ist für uns schwieriger, selbst eine Begegnung mit einer Kuh.

 

Ihre Starre, wie sie mich angesehen hat und sich dabei kaum bewegt hat, ihr flattern mit dem Schwanz gab mir zum nachdenken ob sie jetzt wütend ist, ob sie Angst um ihre Kälber hat, was geht in ihr vor…nicht selten hört man von tödlichen Vorfällen die bei Wanderungen passieren, wo viele Menschen verunglücken weil sie eine Kuh tödlich verletzt hat.

 

Auch ich verspürte in diesem Fall Herzklopfen….ein Stier der von oben hinunter rast, unglaublich wie stark so ein Tier ist, lässt nur einen Wunsch übrig, sich in eine Seifenblase verwandeln zu wollen und in der Luft aufzulösen.

 

Mein Herz rast, es gibt weit und breit nix wo man verschwinden kann lustig und erschreckend zugleich, doch der Stier nimmt einen anderen weg und wir unseren.

In Sekunden ist alles verschwunden, nur die zittrigen Knie bleiben.

 

Nach ca 20 min Gehzeit gelangt man zu einer alten Jagdhütte, von hier aus geht ein steiler Weg über die Almwiese zum Gipfel des Gamsstein (1.275 m)

 

 

Bei dieser Hütte angekommen, überraschen uns verschiedene Laute aus dem Wald, ein lauter Galopp und unglaubliche Power.

 

5-6 Pferde rannten aus dem Wald die Almwiese hinunter, unglaublicher Anblick dieser muskulösen und starken Tiere.

 

Ich bin einmal in meinem Leben bisher geritten, Gefühl von Respekt und Neugier vermischt sich…ein schöner Ort um kleine Pause einzulegen und diese wunderschönen Tiere zu beobachten, ihnen langsam näher zu kommen und sie zu berühren.

 

Mein Wunsch nach reiten ist erweckt, ich will es unbedingt ausprobieren, das ist auch mein nächstes Ziel

 

 

Nun geht die letzte Etappe zum Gipfel weiter, sehr steil, langsam Schritt für Schritt bekommt man immer schöneren atemberaubenden Ausblick.

 

Unzählige kleine Gipfel sind in der Weite zu sehen, unglaubliche Farben die sich vermischen, zwischen grün frischer Natur und raun/orange angehendem Herbst.

Heute war ein perfekter Tag auf einen Gipfel zu gehen.

 

Am Gipfel angekommen, verschwitzt, hungrig und müde, hat man nur mehr ein Verlangen nach etwas Schlaf. Der Tag war für mich schon sehr lang, es war bereits schon mittag und ich bin ja schon sehr zeitig aufgestanden.

 

Kleines Nickerchen und Energie tanken, verweilen und die Ruhe und die Naturgeräusche geniessen ist ein Muss.

 

Bevor ich mich auf dem Weg machte, zog ich mich noch um in frische und trockene Sportausrüstung.

 

Ich bin von Kopf bis Fuss in adidas eingekleidet, die besten Technologien für Outdoor trage ich heute an mir, speziell wenn man schwitzt und trotzdem nicht abkühlen sollte, ich liebe meine hellblaue warme Jacke, noch dazu sieht sie sehr stylish aus.

 

Viele die denken wandern ist langweilig oder bringt nichts, täuschen sich gewaltig.

Wandern ist nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, es ist eine Sportart mit unterschiedlichen starken körperlichen Anforderungen.

Es verbessert das mentale wie physisches Wohlbefinden.

 

Beim Wandern hat man neben der frischen Luft viele andere Vorteile wie Koordinationstraining während man viele Hindernisse wie Wurzeln überwinden muss.

 

Hier wird hohe Konzentration gefordert und durch die Beinarbeit und das Berg hinaufgehen trainiert man Ausdauer, Herz-Kreislauf, man baut Muskeln auf und der Stoffwechsel wird angeregt.

Durch die körperliche Bewegung wird Adrenalin abgebaut und die Stresshormone verflüchtigen sich.

 

Ich empfehle euch, bewegt euch, man lebt ausgeglichener und entspannter.

 

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“

 

bleibt fit und gesund.

slaVITAL

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